Im Oktober 2026 fand der 13. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in Magdeburg statt. Auch das Landeskompetenzzentrum Demenz Sachsen-Anhalt war mit vielfältigen Beiträgen vertreten.

Gemeinsam mit der Alzheimer Gesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. informierten wir an einem Stand über unsere Arbeit und aktuelle Angebote. Darüber hinaus brachten wir uns mit verschiedenen Fachvorträgen in das Kongressprogramm ein, unter anderem zur Demenzstrategie Sachsen-Anhalt und ihrer geplanten Umsetzung. In einer Posterpräsentation stellten wir zudem unsere wissenschaftliche Begleitforschung zur Qualifikation „Dementia Care Nurse“ vor.




Der Kongress bot zahlreiche Gelegenheiten zum fachlichen Austausch, zur Vernetzung und zum Kennenlernen unterschiedlicher Perspektiven aus Forschung, Praxis und Selbsthilfe. Wir konnten viele interessante Gespräche führen und wertvolle Impulse für unsere weitere Arbeit mitnehmen.
Auch filmisch wurde unsere Teilnahme am Kongress begleitet. Der entstandene Beitrag zeigt Ausschnitte aus unseren Fachvorträgen, gibt Einblicke in unsere Arbeit und vermittelt Eindrücke vom Austausch und der Vernetzung vor Ort.
Einblicke in den Kongress – unser Filmbeitrag
Länge: 5 Minuten. Untertitel können Sie im Player einschalten.
Text zum Film zum Nachlesen
In Magdeburg hat im Oktober 2026 der 13. Bundeskongress der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft stattgefunden. Zwei Tage lang ging es um die Frage, wie das Leben von Menschen mit Demenz-Erkrankungen verbessert werden kann. Sachsen-Anhalt war mit viel Fachkompetenz vertreten.
Gute Bedingungen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörige können nicht allein durch ein Gesundheitssystem oder ein Sozialsystem geschaffen werden. Es braucht vielmehr eine Vielzahl von Akteuren und Personengruppen. Und damit stellt sich die Frage, wie können wir gemeinsam gute Lebensbedingungen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen gestalten. Und genau mit dieser Frage haben wir uns bei der Entwicklung der Demenzstrategie Sachsen-Anhalt beschäftigt.
Die Demenz-Strategien der 16 Bundesländer sind eng in die Nationale Demenz-Strategie in Deutschland eingebunden.
Die Demenzstrategie Sachsen-Anhalt und die Arbeit des Landeskompetenzzentrums sind ein tolles Beispiel dafür, wie die Bundesstrategie vor Ort auch Wirkung entfalten kann in den Landkreisen für die Menschen vor Ort. Vor allen Dingen auch mit diesem partizipativen Ansatz. Wir freuen uns sehr über diesen Erfolg und darauf, die Kooperation weiter fortzusetzen.
Zentrale Institution in Sachsen-Anhalt ist die Landesfachstelle Demenz in Halle.
Sachsen-Anhalt ist das Bundesland in Deutschland mit der höchsten prozentualen Anzahl von Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Und deswegen braucht es die Landesfachstelle Demenz, damit es eine Struktur gibt, die alle Fäden zusammenführt. Das bedeutet, die Betroffenen selbst, dazu die An- und Zugehörigen, Menschen aus der medizinischen Versorgung, pflegerischen Versorgung, aus der Kultur, aber auch die Politik, kann mit ihren Belangen zu uns kommen. Wir vernetzen, wir beraten und wir klären auf über dieses Thema.
Die wertvolle Arbeit in den vielen Netzwerken vor Ort wird aus mehreren Töpfen finanziert.
Wichtige Impulse sind vom Bundesprogramm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ gekommen. Das war eine Förderung für drei Jahre pro Netzwerk. Und sehr wichtig ist die Förderung über SGB XI, das Pflegeversicherungsgesetz, wo Demenznetzwerke oder überhaupt Pflegenetzwerke eine Förderung bekommen können, auch über eine gewisse Dauer hinweg. Also nach einer Förderperiode kann man wieder neu beantragen. Es ist also eine nachhaltige Förderoption und insofern sehr wichtig für uns. Am Ende ist es egal, welcher Fördertopf das ist und wie das Programm heißt. Wichtig ist, dass wir den Menschen da helfen können, wo sie Hilfe brauchen.
Ein zentrales Thema beim Kongress 2026: die Stärkung der Teilhabe von Menschen mit Demenz durch Kulturangebote.
Kultur schafft Begegnung. Sie weckt Erinnerungen. Sie ermöglicht Menschen mit Demenz, sich einzubringen. Und kulturelle Teilhabe ist zudem ein Recht, was wir auch festgeschrieben haben in der UN-Behindertenrechtskonvention. Und damit dieses Recht ankommt, braucht es Demenznetzwerke. Sie verbinden Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen mit den entsprechenden Kulturinstitutionen. Sie bauen Zugänge auf, sie entwickeln erreichbare Angebote. Und so können Menschen mit Demenz Kultur nicht nur erleben, sondern auch aktiv mitgestalten. Und gleichzeitig entstehen dabei dann glücklicherweise auch Begegnungen jenseits des Pflegealltags und der Versorgung und auch neue Perspektiven für die Kulturinstitutionen selbst.
In der Sozialpolitik Sachsen-Anhalts spielt das Thema „Demenz“ eine bedeutende Rolle.
Wir haben eine Sicherstellung der Förderung bis Ende 2027 für das Landeskompetenzzentrum Demenz. Wir haben weitere Förderangebote, Programme vor Ort. Wir stehen dahinter. Das Land Sachsen-Anhalt hat sich für die Demenzstrategie entschieden. Und wir werden alle Kraft reinlegen, dass es so bleibt.
Wichtiger Netzwerkpartner ist die Alzheimer-Gesellschaft Sachsen-Anhalt.
Ich finde es toll, dass der Kongress das erste Mal hier in Magdeburg ist, einfach, weil man die vielen tollen Menschen kennenlernt, die im ganzen Bundesgebiet zum Thema Demenz unterwegs sind und viele tolle neue Projekte auch kennenlernt.
Im Fokus der wissenschaftlichen Begleitforschung steht derzeit unter anderem das relativ neue Tätigkeitsbild der „Dementia Care Nurse“, die es bereits in vielen Ländern auf der Welt gibt.
Die Quintessenz aus diesem ersten Teil der Forschung ist, dass diejenigen, die jetzt als Dementia Care Nurses arbeiten, das sehr gern tun, dass sie viel gelernt haben, aber dass sie sich eine gesellschaftliche Anerkennung wünschen. Zum Beispiel auch durch eine Zertifizierung, eine Anerkennung dieses Kurses, der sich eben dann auch in ihrem Handeln zeigt und wo sie sich auch in Positionen wiederfinden, wo sie das regulär und anerkannt tun können.
Die Netzwerke in Sachsen-Anhalt wachsen beständig. Ganz neu dabei ist der Landkreis Anhalt-Bitterfeld.
Ich war kommunale Angestellte der Stadt Bitterfeld-Wolfen und wurde jetzt gefragt, ob ich interessiert bin, im Ruhestand mich einzubringen für den Aufbau eines Demenznetzwerkes im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Und die Teilnahme heute hier in Magdeburg gibt mir ganz viele Impulse und Anregungen für meine zukünftige Arbeit.
Ein gutes Leben mit Demenz ist nur möglich, wenn die ganze Gesellschaft offen für die Belange der betroffenen Menschen ist. Nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern in ganz Deutschland.